Eine Initiative mit starkem Echo war der Aufruf von unserem Bürgermeister-Kandidaten NR Hannes Rauch an alle Kufsteinerinnen und Kufsteiner, ihm ihre besten Ideen für die Festungsstadt zu schicken. In diesem zukunftsorientierten Projekt geht es vor allem darum, neue Ideen zu sammeln und innovative Denkansätze zuzulassen, ohne dass gleich jemand mit seiner vorschnellen Kritik alle Ansätze zunichte macht.

Als wichtiges Zukunftsthema wurde mehrmals »Demenz« genannt.

Das Erfreuliche zuerst: Die Menschen werden immer älter. Die Herausforderung dabei ist allerdings, dass nach neuesten Erkenntnissen Demenz-Erkrankungen stark zunehmen. Wie wir damit umgehen, muss also möglichst rasch angedacht werden.

Das Beste wäre wohl, wenn demenzkranke Menschen in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und 24 Stunden betreut werden könnten. Aus finanziellen und personellen Gründen wird das aber oft nicht machbar sein. Die Krankheit wird zu einem Teufelskreis, der die Betroffenen, ihre Familien und die Gesellschaft vor kaum zu bewältigende Belastungen stellt.

Im niederländischen De Hogeweyk scheint man jedoch eine andere Lösung gefunden zu haben: Die rund 150 Einwohner des Dorfes leiden allesamt unter Alterssenilität und können trotzdem beinahe alles tun, wonach ihnen ist. Denn das Demenz-Dorf ist so gebaut, dass man ruhig auch einmal mit dem Pyjama auf die Straße gehen darf, und sei es um zwei Uhr nachmittags. Niemand kann sich verlaufen, denn es gibt nur einen zentralen – kontrollierten – Zugang. Die Wege zwischen den 23 Wohnungen sind so angelegt, dass man immer zum Ausgangspunkt zurückkommt. Das Pflegepersonal trägt statt Weiß seine Alltagskleidung. Es gibt sieben verschiedene Lebensstile, die Menschen kommen aus allen Schichten. Groß angeschriebene Namen verraten an den Häusern, wer in den WGs wohnt. Sogar ein Café, ein Arzt und ein Friseur sind da. Weitere Demenz-Dörfer sind inzwischen in Deutschland und der Schweiz in Bau bzw. in Planung.

Könnt ihr euch so ein »Dorf« am Stadtrand von Kufstein vorstellen? Wie müsste es aus eurer Sicht geplant sein, damit es für ein möglichst langes und so gut es geht selbstbestimmtes Leben geeignet ist? Wie kann es finanziert werden? Und ab wann sollte man im Dorf einziehen, damit es sich zumindest noch ansatzweise zu einem vertrauten Ort entwickelt?

Schreibt uns eure Gedanken, wie ihr diese Idee findet und wie ihr sie weiter entwickeln würdet. Wir sammeln und diskutieren sie mit den unterschiedlichsten Entscheidungsträgern und Wegbereitern für unsere Zukunft.

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2 Responses

  1. Christine Egebrecht

    Meine Gedanken zum Thema Demenz, unabhängig jeglicher Partei, von der ein solcher Vorschlag käme: Ich habe diese Sendung die Niederlande betreffend gesehen, man kann alles gut- oder schlechtreden. Für mich ist das ein Ghetto, mein Ding für mich oder einen nahen Angehörigen wäre es nicht, schon gar nicht am Stadtrand, also am Rande der Stadt und der Gesellschaft, in der ich einmal lebte. Dann schon lieber gleich nach Thailand…. So wie es vor Jahren der Fall war, wird nicht mehr leicht möglich sein – familieninterne und nachbarschaftliche Hilfe so lange es geht. Wir haben szt. die Oma meines Mannes aufgenommen, sie war schwer dement, da ich ohnehin bei meinen zwei Kindern zu Hause war, konnte ich die Pflege übernehmen. Pflegegeld, Pflegestufen oder Anrechnung auf die Pension waren mir fremd. Also so lange zu Hause wie geht. Dann die 24-Stunden-Pflege, wenn nicht leistbar, Pflege in kleinen Gruppen, aber in der Gesellschaft, genau so wie heute die jugendlichen minderjährigen Flüchtlinge betreut werden. Alltagsbekleidung ist mir auch beim Hausarzt lieber als der weiße Kittel. Aber wie gesagt – das sind meine Gedanken und meine persönliche Meinung zu diesem Thema.
    Noch ein anderes Thema, habe ich zwar schon vor einiger Zeit mit Herrn Ing. Hohenauer schriftlich diskutiert:
    Was man an den Stadtrand verlegen könnte, wären die 40 Müllinseln, zumindest diese, die sich inmitten von Wohngebieten befinden. Da sollte sich die Stadt bzw. Stadtwerke was einfallen lassen – mehr Inseln mit immer noch mehr Behältern und mehr Entleerungen ziehen immer mehr Müll an – auch aus den umliegenden Gemeinden und ebenso von manchem Gewerbebetrieb. Es mag zwar ein gutes Geschäft mit den Wertstoffen sein, aber zu Lasten der Anrainer regelrechte „Kleinrecyclinghöfe“ zu betreiben, das ist nicht fair. Teilweise kommen die Leute im Minutentakt, manche auch außerhalb der erlaubten Zeit. Rasenmähen z.B. darf man zur Mittagszeit und an Sonn- und Feiertagen nicht, Glas etc. einschmeißen darf man, es nervt aber wesentlich mehr. Rasenmähen ist bald vorbei und dann herrscht wieder tagelang Ruhe. Diese Entsorgungscontainer gehören m.M. nach da hin, wo man diesen „Mist“ gekauft und die Verpackung mitbezahlt hat – zu den Kaufhäusern – während deren Öffnungszeiten. Dort wird ja wieder nachgekauft, sei es Getränke, Dosen, Tierfutter etc. und ließe sich dadurch dieser sinnlose Umwegverkehr vermeiden – ein weiteres Plus für die Umwelt und unsere in Kufstein ohnehin enorm belastete Luft!!! Das Zuschlagen von meistens drei Autotüren und das Laufenlassen des Motors würde zur Freude der Anrainer auch wegfallen. Außerdem haben wir einen so tollen Recyclinghof, fast jeder hat ein Auto…. Sollte dies mit den Kaufhäusern nicht machbar sein, vielleicht wäre es möglich, auf gemeindeeigenem Grund in jedem Stadtviertel abseits von Wohnanlagen solche „Nebenrecyclinghöfe“ zu gewissen Zeiten videoüberwacht zu betreiben. Dass wir die sauberste Stadt sind ist gut und schön (da darf man aber nicht zu oft in die Papiercontainer schauen, was da alles entsorgt wird!!), aber was uns das kostet, wird verschwiegen, denn ohne Herrn Zöttl und seinen Mitarbeitern, die mehrmals täglich diese unzähligen Müllinseln abfahren und sauber halten, wäre das nie möglich gewesen. Mit weniger Müllinseln müsste hier wohl auch eine Einsparung möglich sein. Ganz kurz zusammengefasst nochmal mein Vorschlag:
    Müllinseln dort hin, wo der „Müll“ her kommt und nachgekauft wird.
    Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
    Mfg
    C.E.

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    • kufsteiner-volkspartei

      Liebe Frau Egebrecht,

      herzlichen Dank für Ihre Beiträge. Jedes Feedback, jede Anregung und jede konstruktive Kritik sind für uns eine wichtige und auch notwendige Ergänzung unserer Ideen und Ziele.

      Unsere Absicht war ja – das betrifft jetzt die Idee des Demenzdorfes – einen völlig neuen Ansatz zu einem brisanten Thema in den Raum zu stellen. Sie haben dabei selbstverständlich Recht, dass es einem demenzkranken Menschen zu Hause in den allermeisten Fällen am besten geht. Und wenn Sie von familieninterner und nachbarschaftlicher Hilfe schreiben, so erachten auch wir das als die bestmögliche Art, diesen letzten Lebensabschnitt in Würde verbringen zu können. Es gibt aber auch viele Umstände und Gründe, warum das in etlichen Familien nicht möglich ist. Für diese Betroffenen und ihre Familien, so glauben wir, wäre das Leben in einem solchen »Dorf« eine hervorragende Idee. Von Ghetto möchten wir dabei nicht sprechen, denn per se muss so ein Lebensraum ein zu hundert Prozent geschützter Ort sein. Es muss ein Schutzraum sein, der eben gewissen Bedürfnisse zentriert und beschützt. Wenn wir in unserer Idee vom Stadtrand gesprochen haben, dann deshalb, weil – vermutlich – im Innenstadtbereich die örtliche Gegebenheit nicht vorhanden sein wird. In dieser frühen Phase einer Idee wollten wir uns allerdings auch nicht weiter mit so konkreten Überlegungen zur Umsetzung auseinandersetzen. Es geht uns jetzt im Moment mehr darum, Meinungen einzuholen und eventuell Erfahrungen auszutauschen, um daraus dann nächste Schritte abzuleiten und Pläne ausarbeiten zu lassen.

      Was die Problematik der Müllinseln betrifft, so haben Sie vollkommen recht! Der Lärm, den eine Glasflasche beim Zerbrechen in einem Metallcontainer macht, ist äußerst unangenehm. Vor allem zu Zeiten, die eigentlich Ruhezeiten sein sollten. Der Mülltourismus ist dann ein weiteres Problem, das gelöst gehört. Wie weit Ihre Vorschläge für eine Auslagerung zu den Kaufhäusern oder eine zentrale Abgabestelle pro Stadtteil machbar sind, würden wir gerne prüfen. Die Mülltonnen betreffen aber im Moment zumindest noch den derzeitigen Bürgermeister.

      Herzlich, Ihr Hannes Rauch

      Antworten

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